Helfen vom Sofa

Corona erfordert Solidarität – auch mit den Menschen auf der Flucht!

Das Corona-Virus ist seit Monaten das bestimmende Thema. In Deutschland und anderen Ländern Europas scheint die erste Welle überwunden – Normalität kehrt ein. Anders geht es zehntausenden Flüchtlingen an den europäischen Außengrenzen.

Während die Tore für den Tourismus in Griechenland wieder geöffnet sind, müssen die Menschen in den Camps weiterhin „Zuhause bleiben“. Coronamaßnahmen existieren nur außerhalb der Flüchtlingslager. Die Zustände in den Camps haben sich sogar verschlechtert!

Ursprünglich war die Idee von „Helfen vom Sofa“, zu zeigen, wie DU von zuhause aus aktiv werden kannst. Heute können wir das Sofa zum Helfen verlassen – neue Möglichkeiten entstehen!

Also: Helfen wir – nicht nur vom Sofa!

Wie du helfen kannst

Berichterstattung verfolgen und teilen

Es ist wichtig wie nie, die Menschen am Rande Europas nicht aus dem Blick zu verlieren: sich informieren, andere informieren, Öffentlichkeit schaffen. Schau dir zum Beispiel unter ARTIKEL die Meldungen an, und teile sie in den Sozialen Medien.

Petitionen und Aktionen

Seit Monaten bestehen vielfältige Petitionen mit weitreichenden Forderungen: von der Evakuierung der Camps über die Aufnahme von Flüchtlingskindern bis hin zum Waffenstillstand in Kriegen. Neben diesen PETITIONEN gibt es außerdem kreative AKTIONEN und Protestformen.

Spenden

Eine sehr effektive Unterstützungsmöglichkeit ist und bleibt das SPENDEN an Organisationen, die momentan vor Ort aktiv sind. Sie bauen neben der Fortsetzung ihrer Arbeit die Infrastruktur in den Camps angesichts eines möglichen Corona-Ausbruch aus und sind auf unsere finanzielle Unterstützung stärker angewiesen als je zuvor.

Etwas ausführlicher…

Darum geht es uns

Durch die Coronakrise geraten Themen in Vergessenheit, die allerdings von größter Dringlichkeit sind – so auch die Situation der geflüchteten Menschen, die auf den griechischen Inseln festsitzen. Dabei spitzt sich ihre Lage angesichts der Ausgangsbeschränkungen, der reduzierten Präsenz von NGOs und der anhaltenden Gefahr eines Corona-Ausbruchs in den Camps weiter zu. Ihre unwürdigen Lebensumstände machen die Menschen allesamt zur Risikogruppe.

Auch wenn bisher nur vereinzelte Camps auf dem griechischen Festland von dem Virus betroffen waren, bleibt die Sorge, dass es die Hotspots für Geflüchtete auf Lesbos, Samos, Chios und anderen Inseln erreichen kann. Die allgemeingültigen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus sind auch bei bestem Willen in einem Flüchtlingscamp nicht umsetzbar: Wie soll man zwei Meter Abstand halten, wenn man zu zehnt mit Fremden in einem Zelt lebt und täglich mehrere Stunden in der Essensschlange steht? Wie soll man sich effektiv die Hände waschen, wenn man keine Seife hat und sich einen Wasserspender mit 1000 anderen Menschen teilt?

In den Flüchtlingslagern gibt es keine Intensivstationen und keine ausreichende medizinische Versorgung. Wer sich dort mit Corona infiziert, hat schlechte Chancen.

Die Stimmung in den Lagern ist angespannt – Viele fühlen sich von Europa alleingelassen! Mit Protesten und Hilferufen machen Geflüchtete auf ihre Situation aufmerksam, werden aber bisher kaum gehört. Deutschland hat begonnen, minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aufzunehmen – ein Anfang, bei dem es nicht bleiben darf!

Ganz unabhängig von Schuldzuweisungen, europäischen Lösungen oder Parteilinien sollte klar sein: Die Zustände sind katastrophal wie nie! Es braucht es eine grundlegende Veränderung – und zwar SOFORT!

Initiativen wie #LeaveNoOneBehind haben es geschafft, wieder eine breitere Öffentlichkeit für das Thema zu wecken. Einzelne Bundesländer fordern bereits die Aufnahme Geflüchteter. Dieser neue Ansatz kann zielführend sein, wenn die einzelnen Bürger*innen jedes Bundeslandes Druck auf die Landesregierungen machen.

Verlieren wir nicht diejenigen Menschen aus den Augen, denen es in diesen Monaten mehr denn je an die Existenz geht. Helfen wir ihnen – auch vom Sofa aus!